Das Foto zeigt das Wort Pay im Vordergrund. Dahinter eine Hand die ein Smartphone hält.

Online-Zahlungsdienstleister bleiben im Trend

Der Wirecard-Skandal hat die Finanzwelt erschüttert, Aktiva in Höhe von 1,9 Milliarden Euro sind nicht zu belegen. Am 25. Juni beantragte das Unternehmen die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens, CEO Markus Braun wurde verhaftet. Die spektakulären Ereignisse sorgten nicht nur in Deutschland für großes Aufsehen, sondern sie schlugen auch im Ausland hohe Wellen. Abgefärbt auf andere Zahlungsdienstleister hat der Skandal nicht, sie bleiben trotz des Aufruhrs im Trend. Ihre nützlichen Funktionen im digitalen Zeitalter sind unbestritten.

Viele Bereiche des menschlichen Alltags haben sich ins Internet verlagert: Wir kaufen dort ein, suchen unser Vergnügen beim Gaming, erfahren die neuesten Nachrichten und führen unsere Beziehungen per Social Media. Dass Kunden auch immer häufiger auf digitalem Weg bezahlen, scheint in diesem Zusammenhang selbstverständlich. Online gibt es inzwischen eine ganze Reihe an Shops, Händlern und Servicedienstleistern, die virtuelle Zahlungsmittel akzeptieren. Von Spieleplattformen wie Steam, über Pokerseiten wie PokerStars und sogar Streamingdienste wie Netflix erlauben mittlerweile verschiedene online Zahlungsmittel wie Skrill, Neteller, Paysafecard oder das allseits beliebte PayPal. Sie alle haben unterschiedliche Vor- und Nachteile. Während PayPal vor allem mit seinem Käuferschutz punktet, bietet Paysafecard besondere Sicherheit für Händler, denn es handelt sich um ein Prepaid-System. Zahlungen mit Paysafecard sind entsprechend immer gedeckt. Karten zum Aufladen gibt es inzwischen an fast jeder Supermarktkasse, somit ist auch dieser Schritt längst nicht mehr so kompliziert, wie er noch vor wenigen Jahren war.

Die Zahlen sprechen für sich: Online-Bezahldienste boomen

Die Online-Zahlungsdienstleister haben sich in Deutschland insgesamt einen Marktanteil von weit über 30 Prozent gesichert; zum Vergleich: Das Bezahlen per Lastschrift wird beim digitalen Shopping nur noch zu etwa 27 Prozent in Anspruch genommen, Lastschrift und Kreditkarte folgen erst danach. Digitale Dienstleister bieten ihren Service auf unterschiedliche Weise an. Einige von ihnen überweisen bei einem Einkauf die fällige Summe an den jeweiligen Online-Shop, um anschließend das Girokonto oder die Kreditkarte ihres Kunden zu belasten. Andere wiederum bieten die Möglichkeit, sich über sie ins reguläre Online-Banking einzuloggen, um dann direkt vom Bankkonto abzubuchen. Und dann wären da noch die Prepaid-Anbieter, die vollkommen anonymes Bezahlen im Internet ermöglichen.

Gehen wir an dieser Stelle noch einmal ins Detail und werfen einen Blick auf einzelne Anbieter aus dem digitalen Bezahldienstsektor. Hierbei geht es nicht nur darum, die dahinterliegenden Systeme kurz anzureißen, sondern auch, die Unternehmen als potenzielle Investment-Möglichkeit in Augenschein zu nehmen. Schließlich handelt es sich um einen wachsenden Markt, der sicher noch einige lohnenswerte Gewinnmöglichkeiten für Anleger bietet.

PayPal als Platzhirsch unter den digitalen Bezahldiensten

PayPal ist noch immer der bekannteste virtuelle Bezahldienst, hinter diesem Unternehmen verbirgt sich der Internetriese eBay. Jeder PayPal-Kunde muss zunächst ein eigenes Konto eröffnen und dort alle wichtigen Daten hinterlegen, nicht zuletzt eine valide Bankverbindung oder seine Kreditkarte. Beim Online-Einkauf erfolgt eine Weiterleitung zu diesem Account, PayPal begleicht die Rechnung und holt sich sein Geld anschließend zurück. Manche Online-Shops bieten die Option der PayPal-Expresszahlung, sodass es gar nicht mehr nötig ist, die eigenen Daten auch noch im jeweiligen Shop zu hinterlegen: Sie werden direkt dem PayPal-Account entnommen.

Bezahlen per Blockchain: Auch das ist längst möglich

Auch das Zahlen per Blockchain ist längst eine ganz reale Möglichkeit für alle, die im Besitz von entsprechenden Kryptowährungen sind. Nicht nur der berühmte Bitcoin befindet sich derzeit im Umlauf, sondern auch einige andere Währungen, deren Namen nicht ganz so geläufig sind. Der Nutzer legt sich vorher eine digitale Wallet zu, aus der er seine Rechnungen begleicht. Allerdings kann es sich auch lohnen, das virtuelle Portemonnaie eine ganze Weile geschlossen zu halten, um auf steigende Kurse zu warten. Danach fällt der Einkauf hoffentlich umso üppiger aus!

Auf dem Foto sind zwei Bitcoin Münzen abgebildet

Skrill als englisches Konkurrenzprodukt

Ursprünglich war Skrill unter dem Namen Moneybookers bekannt, doch der Anbieter änderte seinen Namen in Richtung kurz und griffig. Es handelt sich um ein Prepaid-System, das per Aufladung funktioniert. Jeder Kunde besitzt einen eigenen Account und füllt sein Kundenkonto per Überweisung oder mit der Kreditkarte auf. Dieses Geld kann er dann nach Herzenslust im Internet ausgeben. Die Skrill-Prepaid-MasterCard eröffnet zusätzlich die Option, sich am Geldautomaten mit Bargeld zu versorgen. Bank- und Kreditkartenkarten werden nicht an die jeweiligen Online-Shops übermittelt, auch Überweisungen an andere Privatkunden sind möglich.

Giropay als Initiative der deutschen Kreditwirtschaft

Für Giropay haben sich einige deutsche Banken wie die Sparkassen, die Postbank sowie die Volks- und Raiffeisenbanken zusammengetan und ihr eigenes System entwickelt. Um diese Dienstleistung zu nutzen, benötigen Kunden nichts weiter als ein eigenes Girokonto, das sie für Giropay freischalten lassen. Von der Webseite des Online-Shops führt eine sichere Verbindung dann in Richtung Online-Banking, wo der Nutzer sein ganz normales PIN- und TAN-System nutzt. Giropay gibt dem Händler eine Garantie, dass dieser sein Geld tatsächlich erhält.

Alternativen zu PayPal gibt es also mehr als genug, man muss sie nicht einmal lange suchen. Einen hohen Bekanntheitsgrad besitzen auch Apple Pay und Google Pay, ebenso wie Paydirect und Amazon Pay. Die gute alte Kreditkarte ist im Internet mindestens ebenso anerkannt, an Möglichkeiten mangelt es also nicht – und es werden trotzdem immer mehr.

 

 

 

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