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Trump Phone (T1): Das goldene Smartphone ist fast identisch mit dem HTC U24 Pro

Trump Phone HTC U24 Pro: Fast identische Geräte

Das Trump Phone HTC U24 Pro – genauer gesagt das Trump Mobile T1 – ist eines der merkwürdigsten Smartphone-Kapitel der letzten Jahre. Im Juni 2025 angekündigt, mit patriotischem Marketing, goldener Optik und dem Versprechen „Made in America“, sollte es ein Symbol amerikanischer Werte im digitalen Zeitalter sein. Jetzt, fast ein Jahr später und neun Monate nach dem ursprünglich geplanten Verkaufsstart, hat die Reparatur-Plattform iFixit das Gerät auf den Teardown-Tisch gelegt. Das Ergebnis ist so wenig überraschend wie ernüchternd: Das T1 ist nahezu identisch mit dem HTC U24 Pro aus dem Jahr 2024 – ein chinesisches Mittelklasse-Smartphone, das unter neuer Marke in Gold neu lackiert wurde.

Von „Made in America“ zu „Assembled with American Values“

Bereits im Vorfeld hatten Beobachter die Behauptungen von Trump Mobile mit Skepsis betrachtet. Die Verpackung des T1 trägt heute die Aufschrift „Proudly Assembled in the USA“ – und nicht mehr das ursprüngliche „Made in the USA“, das noch beim Start der Vorbestellungen verwendet wurde. Dieser Unterschied ist rechtlich bedeutsam: Die US-amerikanische FCC knüpft die Bezeichnung „Made in America“ an konkrete Anforderungen hinsichtlich Produktion und Wertschöpfungsanteil im Inland, die das Gerät offensichtlich nicht erfüllt.

Seit der Ankündigung hat Trump Mobile das Design und die Spezifikationen des Smartphones mehrfach verändert und den Anspruch, das Gerät würde in den USA gefertigt, aus dem Marketing entfernt. Stattdessen wird nun auf die Produktion „mit amerikanischen Werten“ verwiesen – ein Begriff, der einer technischen Überprüfung naturgemäß nicht standhält.

CT-Scan und Teardown: Die Technik lügt nicht

Das iFixit-Team zerlegte das Trump Phone gemeinsam mit NBC News in seinem Labor in San Luis Obispo. Vor dem eigentlichen Öffnen des Geräts kam zunächst ein Lumafield-Industrie-CT-Scanner zum Einsatz. Schon die ersten Röntgenaufnahmen ließen keinen Zweifel: Das Innenlayout, die Chip-Platzierung und die Schraubenmuster des T1 stimmten Punkt für Punkt mit dem HTC U24 Pro überein.

Um jeden verbleibenden Zweifel auszuräumen, tauschte das Team die Mainboards beider Geräte aus – mit Erfolg. Die Hauptplatine des T1 ist mit der des HTC U24 Pro kompatibel und funktioniert in beiden Gehäusen problemlos, was die identische Hardware-Architektur eindeutig belegt. Beide Geräte setzen auf den Qualcomm Snapdragon 7 Gen 3 als Prozessor und bieten ein 6,8-Zoll-Curved-Display.

Kosmetische Unterschiede statt echter Innovation

Die einzigen sichtbaren Unterschiede zwischen dem T1 und dem HTC U24 Pro sind kosmetischer Natur. Das Trump Phone trägt eine goldene Oberfläche sowie ein leicht verändertes Kameramodul und ein anderes Lautsprechergitter-Design. Konkret wurde das Aluminiumgehäuse mit einem minimal abweichenden Lochmuster für den Lautsprecher versehen – die Lautsprecher selbst, ihre Positionierung und sämtliche inneren Bauteile sind hingegen identisch.

Lediglich das Blitz-Flexkabel wurde um wenige Millimeter verlängert, um den Kameraflash auf der Rückseite leicht zu versetzen – eine rein kosmetische Anpassung ohne funktionale Auswirkung. Wer gehofft hatte, das Gerät würde wenigstens in Sachen Software oder Kamera eigene Akzente setzen, wird enttäuscht: Technisch handelt es sich um dasselbe Smartphone, das HTC bereits 2024 unter eigenem Namen verkauft hat.

Der einzige echte Unterschied: Der Akku – und er ist schlechter

Es gibt tatsächlich eine substanzielle Hardware-Abweichung – allerdings keine, die das T1 besser macht. Das T1 besitzt einen etwas größeren Akku mit rund 5.000 mAh gegenüber den 4.600 mAh des HTC U24 Pro. Allerdings unterstützt das Trump Phone nur 30-Watt-Schnellladen, während das HTC-Modell 60 Watt bietet – das T1 lädt den Akku also deutlich langsamer auf, obwohl er größer ist.

Der Akku selbst wird von einem Unternehmen namens Newlix Mfg Inc auf den Philippinen gefertigt – eine Firma, die laut Handelsregister erst 2025 gegründet wurde, also in etwa zu dem Zeitpunkt, als das T1 angekündigt wurde. Für ein Gerät, das mit amerikanischen Werten wirbt, ist die Herkunft aus den Philippinen zumindest pikant. Die Alternative – eine Fertigung in China – wäre für Trump Mobile politisch kaum vertretbar gewesen.

ODM-Produktion: Wie solche Geräte entstehen

Der Hintergrund dieses Phänomens liegt in der modernen Smartphone-Fertigung. Außerhalb von Herstellern wie Apple, Google oder Huawei verlassen sich die meisten Smartphone-Marken auf sogenannte ODM-Hersteller (Original Design Manufacturers) in China, die sowohl Design als auch Produktion übernehmen. Ob diese Designs exklusiv sind, hängt vom jeweiligen Vertrag ab. HTC selbst hat sich bislang nicht öffentlich zu den Gemeinsamkeiten mit dem T1 geäußert.

Die wahrscheinlichste Erklärung: Trump Mobile kaufte sich in eine bestehende ODM-Produktion ein, die bereits das HTC U24 Pro herstellte – oder HTC besaß das Design gar nicht selbst. Das würde erklären, warum die Bauteile so nahezu identisch sind und warum eine echte US-Fertigung faktisch unmöglich gewesen wäre.

499 Dollar für ein Mittelklasse-Gerät von 2024

Das T1 traf neun Monate nach dem ursprünglich geplanten Verkaufsstart im August 2025 bei den ersten Testern ein. Der Preis beträgt 499 US-Dollar – während das technisch gleichwertige HTC U24 Pro Berichten zufolge bei Walmart für unter 200 Dollar erhältlich ist. Käufer zahlen für das Trump Phone also in erster Linie für die Marke, das goldene Gehäuse und das US-Flaggen-Emblem auf der Rückseite.

Neben der verspäteten Lieferung war das Gerät außerdem in einen Datenschutzskandal verwickelt, der im Vorfeld der Markteinführung für Schlagzeilen sorgte. Details dazu wurden öffentlich bekannt, trugen aber offenbar nicht dazu bei, das Interesse der Zielgruppe zu dämpfen.

Fazit: Politisches Symbol statt technologischer Mehrwert

Das Trump Phone HTC U24 Pro ist weniger ein Smartphone-Produkt als ein politisches Statement – und als solches funktioniert es für seine Zielgruppe möglicherweise sogar. Wer das Gerät kauft, tut dies vermutlich nicht wegen des Snapdragon-7-Gen-3-Chips oder des 6,8-Zoll-Displays, sondern wegen der Symbolik. Die goldene Farbe, das US-Flaggen-Logo und der Markenname tragen mehr zur Kaufentscheidung bei als jede technische Spezifikation.

Für alle anderen gilt: Der einzige Unterschied zum HTC-Original sind die goldene Farbe und die verringerte Ladeleistung von 30 statt 60 Watt – dafür aber ein deutlich höherer Preis. Wer ein solides Android-Smartphone im Mittelklasse-Segment sucht, findet mit dem Samsung Galaxy S26 oder vergleichbaren Geräten deutlich bessere Alternativen für weniger Geld.

Wer die technischen Details des Teardowns selbst nachlesen möchte, findet den vollständigen Bericht beim iFixit Teardown des Trump Mobile T1. Einen ausführlichen Spezifikationsvergleich liefert zudem Notebookcheck.

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