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Android-Backup: Google rechnet Speicher jetzt mit

Google rechnet Android-Backups künftig auf euer Speicherkontingent an – die bislang unsichtbare Extra-Sicherung wird damit Teil des ganz normalen 15-GB-Topfs, den sich Gmail, Drive und Fotos teilen. Klingt nach einem großen Einschnitt, ist es aber laut Google und übereinstimmenden Berichten in der Praxis kaum: Im Schnitt kommen gerade einmal rund 40 Megabyte pro Konto dazu. Trotzdem lohnt sich ein genauer Blick, denn mit der Umstellung bringt Google auch neue Kontrollmöglichkeiten mit, die bisher gefehlt haben.

Was sich konkret ändert

Seit dem 7. Juli 2026 zählen sämtliche Android-Backup-Daten zum persönlichen Google-Kontingent. Betroffen sind unter anderem App-Daten, Anrufverlauf, SMS und MMS sowie Geräteeinstellungen wie Hintergrundbild, Display-Helligkeit oder Tastatur-Konfiguration. Bislang wurden nur die in Google Fotos gesicherten Medien auf das Limit angerechnet – das ist schon seit der Abschaffung des kostenlosen Fotos-Uploads 2021 bekannt. Alles andere lag bisher außerhalb des Kontingents, in einem praktisch unsichtbaren Extra-Speicherbereich.

Wichtig für die Einordnung: Der Rollout läuft gestaffelt. Neue Android-Nutzer sind ab sofort betroffen, bei bestehenden Konten wird die Umstellung in den kommenden Monaten schrittweise ausgerollt. Wer heute noch keinen Unterschied bemerkt, wird also nicht übersehen, sondern schlicht noch nicht an der Reihe sein.

Warum die Aufregung überschaubar bleibt

Ein Google-Sprecher hat gegenüber der Fachpresse bestätigt, dass die neuen Backup-Daten die Größe der Sicherung im Durchschnitt um etwa 40 MB erhöhen. Zum Vergleich: Schon ein einziges Foto in hoher Auflösung kann mehr Platz belegen. Wer sein 15-GB-Kontingent bereits mit Fotos, E-Mail-Anhängen und Drive-Dateien ausgereizt hat, wird also nicht durch das Android-Backup ins Minus rutschen, sondern höchstens ein paar Megabyte weniger Puffer haben.

Das erklärt auch, warum Google die Änderung eher beiläufig kommuniziert: Die eigentliche Neuerung liegt weniger im zusätzlichen Speicherverbrauch als in der Transparenz und den neuen Einstellungsmöglichkeiten, die Google parallel ausrollt.

Neue Kontrolle: Backup pro App und pro Kategorie

Bereits seit Ende Juni testet Google eine feinere Steuerung der App-Backups, seit dem 1. Juli wird sie breiter ausgerollt. Statt eines einzigen globalen Schalters lässt sich künftig für jede installierte App einzeln festlegen, ob ihre Daten in die Cloud wandern. In den Backup-Einstellungen zeigt Google zudem an, wie viel Speicherplatz die gesicherten Daten je App tatsächlich belegen – in den meisten Fällen ein paar Byte, nur bei Messaging-Apps auch mal einige Megabyte.

Zusätzlich kündigt Google an, dass sich künftig auch ganze Datenkategorien gezielt ausschließen lassen: Geräteeinstellungen, Anrufverlauf sowie SMS- und MMS-Nachrichten. Wer aus Datenschutzgründen möglichst wenig in der Cloud ablegen möchte, bekommt damit erstmals granulare Werkzeuge an die Hand, statt nur „Alles“ oder „Nichts“ wählen zu können.

Zu finden sind die Einstellungen zum Android-Backup auf den meisten Geräten unter den Google-Diensten in den Systemeinstellungen, im Bereich Sicherung und Wiederherstellung. Auf Pixel-Smartphones führt der Weg über „Sicherung verwalten“ und „Andere Gerätedaten“. Der Rollout erfolgt serverseitig in Wellen, aktuell vor allem auf Pixel-Geräten mit aktuellem Android – bei anderen Herstellern kann es noch etwas dauern, bis die Optionen sichtbar werden.

Was, wenn der Speicher trotzdem knapp wird?

Für die meisten Nutzer ändert sich durch das Android-Backup selbst also wenig. Wer aber ohnehin schon am Limit der kostenlosen 15 GB kratzt – etwa durch Jahre an E-Mail-Anhängen, unkomprimierten Fotos oder Drive-Dokumenten – hat mehrere Möglichkeiten, ohne gleich das gesamte Backup-System zu meiden:

  • Aufräumen: Alte E-Mails mit großen Anhängen, doppelte Fotos oder nicht mehr benötigte Drive-Dateien löschen schafft oft mehr Platz als das Backup jemals verbraucht.
  • Google One abonnieren: Der Einstiegstarif mit 100 GB liegt bei rund 1,99 Euro im Monat und lässt sich mit bis zu fünf Familienmitgliedern teilen – für die meisten Nutzer die einfachste Lösung bei echtem Platzmangel.
  • Gezielt ausschließen: Mit den neuen Kategorie- und App-Einstellungen lassen sich datenintensive Apps oder ganze Datentypen vom Backup ausnehmen, ohne auf die restliche Sicherung zu verzichten.

Wer grundsätzlich auf Cloud-Backups verzichten möchte, kann Geräte weiterhin lokal per USB-C auf den PC sichern oder auf ein eigenes NAS im Heimnetzwerk zurückgreifen. Der Einrichtungsaufwand ist dabei allerdings deutlich höher als beim automatischen Google-Backup, und der Komfort beim Gerätewechsel geht verloren.

Die Schlagzeile klingt dramatischer als die Realität: Ja, Google rechnet Android-Backups künftig auf das Kontingent an, und ja, das ist ein weiterer kleiner Schritt weg vom komplett kostenlosen Cloud-Backup. In der Praxis bedeutet das für die allermeisten Nutzer aber nur rund 40 MB zusätzlichen Verbrauch – kaum der Rede wert. Spannender ist, dass Google im gleichen Zug endlich granulare Kontrolle über App- und Kategorie-Backups einführt. Wer wirklich knapp bei Speicher ist, sollte ohnehin eher beim Google-One-Abo als bei einem einzelnen Backup ansetzen. Ähnliche Diskussionen um Backup-Kontingente gab es zuletzt schon bei WhatsApp – das Muster, dass Google Sonderregelungen nach und nach abbaut, zieht sich also durch mehrere Dienste, wie auch die frühere Löschung inaktiver Android-Backups gezeigt hat.

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