Sprit sparen 2026: So überlebst du die Rekordpreise an der Zapfsäule
Der Blick auf die Preisanzeige an der Tankstelle tut gerade richtig weh. Ein Liter Super E10 kostete am 20. April 2026 im bundesweiten Durchschnitt über 2,06 Euro ADAC – und im EU-weiten Vergleich liegt Deutschland damit auf einem der obersten Plätze, nur die Niederlande und Dänemark sind noch teurer. Statistisches Bundesamt
Der Haupttreiber: Infolge des Iran-Nahost-Konflikts und der Sperrung der Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus ist der Ölpreis auf dem Weltmarkt um etwa 30 Prozent gestiegen. Bundesregierung Die Situation trifft Autofahrerinnen und Autofahrer in Deutschland besonders hart.
Die gute Nachricht: Du kannst aktiv gegensteuern. Mit den richtigen Tricks beim Tanken und im Fahrstil lassen sich bis zu 20 Prozent Kraftstoff einsparen – ohne das Auto stehen zu lassen.
Was die Politik gerade tut
Die Bundesregierung hat auf die Preisexplosion reagiert. Seit dem 1. April 2026 dürfen Tankstellen ihre Preise nur noch einmal am Tag erhöhen – um 12 Uhr mittags. Preissenkungen sind hingegen weiterhin jederzeit möglich. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis zu 100.000 Euro.
Außerdem hat die Regierungskoalition Mitte April beschlossen, die Mineralölsteuer für zwei Monate um ca. 17 Cent pro Liter zu senken – wann genau diese Maßnahme greift, steht zum Zeitpunkt dieses Artikels noch nicht fest.
Diese Entlastungen sind wichtig, aber sie ersetzen nicht das eigene Zutun. Denn: Den Ölpreis können wir nicht beeinflussen – unser Fahrverhalten und unsere Tankstrategie sehr wohl.
Tipp 1: Zur richtigen Uhrzeit tanken
Die neue 12-Uhr-Regel verändert den günstigsten Tankzeitpunkt grundlegend. Besonders der Vormittag vor dem möglichen Erhöhungszeitpunkt dürfte in vielen Fällen der günstigste Moment sein. Erfahrungen aus Österreich, wo diese Regel bereits seit 15 Jahren gilt, zeigen: Die Spritpreise sind zwischen 10 Uhr und kurz vor 12 Uhr am niedrigsten. Zwischen 12 und 14 Uhr ist es hingegen meist am teuersten.
Auch die alte Faustregel gilt weiterhin: Tankt möglichst nicht vor 9 Uhr morgens. In den frühen Morgenstunden erreichen die Preise ihren Tageshöchstwert.
Tipp 2: Die günstigste Tankstelle finden – per App
Preisunterschiede von 10 bis 15 Cent pro Liter zwischen verschiedenen Tankstellen in derselben Stadt sind keine Seltenheit. Mit der App „ADAC Drive“ lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen.
Wer ADAC Drive oder PACE Drive kabellos über Android Auto nutzen möchte, braucht ggf. einen Wireless-Adapter wie den AAWireless – einmal eingerichtet, verbindet sich das Handy beim Motorstart automatisch.
Das Portal clever-tanken.de bündelt die Live-Daten der Markttransparenzstelle mit nützlichen Preisprognosen und einem aktuellen Städte-Ranking. Wer unterwegs ist, kann auch die App „PACE Drive“ nutzen, die sich perfekt in Android Auto und Wear OS integriert und einen Preisalarm bietet, sobald die Preise an der Lieblingstankstelle sinken.
Tipp 3: Autobahntankstellen meiden
Der Liter E10 ist abseits der Autobahn im Schnitt 12 Cent günstiger als an Autobahntankstellen. Bei einem 50-Liter-Tank lassen sich durch einen kurzen Umweg oder das Tanken vor der Auffahrt im Schnitt um die 10 Euro sparen.
Tipp 4: Vorausschauend fahren
Das ist der wirkungsvollste Hebel für die Langfristperspektive. Wenn das Fahrzeug im Schubbetrieb rollt, benötigt es keinen Kraftstoff. Durch konsequentes Ausnutzen von Rollphasen spart man am meisten Sprit – und schont gleichzeitig die Bremsen.
Konkret: Ampeln und Staus früh erkennen, den Fuß vom Gas nehmen und rollen lassen, statt bis zur letzten Sekunde Gas zu geben und dann hart zu bremsen. Das schont Nerven, Bremsen und Geldbeutel.
Tipp 5: Tempo reduzieren – großer Effekt
Fährt man statt 130 km/h nur 100 km/h, lässt sich der Benzinverbrauch um rund 22 Prozent senken. ZDFheute Das ist ein massiver Unterschied, den man sofort im Geldbeutel spürt. Wer auf Langstrecken den Tempomaten nutzt, verhindert außerdem das unbewusste „Aufschaukeln“ der Geschwindigkeit, das viele Fahrer beim freien Fahren kennen.
Tipp 6: Früh schalten, niedrige Drehzahl halten
Beim Beschleunigen frühzeitig in einen höheren Gang schalten – bei etwa 2.000 U/min. Solange der Motor nicht ruckelt, ist ein Zurückschalten nicht nötig. Auch bei Fahrzeugen mit Automatikgetriebe helfen Fahrmodusschalter (z. B. „Eco“-Modus) beim Sparen.
Tipp 7: Ballast raus, Druck rein
Jedes zusätzliche Kilo im Fahrzeug kostet unnötig Sprit. Ein voller Kasten Wasser oder ein ungenutzter Dachgepäckträger treiben den Verbrauch unnötig in die Höhe. Also: Alles aus dem Kofferraum, was nicht gebraucht wird – und Dachboxen oder Fahrradträger nach der Nutzung abmontieren.
Beim Reifendruck gilt: Er sollte mindestens auf dem empfohlenen Niveau liegen, darf aber 0,1 bis 0,3 Bar höher sein. Ein zu niedriger Druck erhöht den Rollwiderstand und damit den Verbrauch.
🛒 Unser Tipp: Ein guter digitaler Reifendruckmesser kostet nur wenige Euro und zahlt sich durch den gesunkenen Verbrauch schnell aus.
Tipp 8: Motor nicht warmlaufen lassen
Nach dem Starten des Motors direkt losfahren. Das Warmlaufen lassen kostet Sprit und schadet dem Motor eher, als dass es nützt. Moderne Motoren brauchen das nicht mehr.
Fazit
Die aktuellen Spritpreise sind eine echte Belastung – aber keine, gegen die man machtlos ist. Wer die neue 12-Uhr-Regel beim Tanken kennt, eine Preisvergleichs-App nutzt, vorausschauend fährt und auf unnötigen Ballast verzichtet, kann bei 1.000 km Fahrleistung im Monat und einem Verbrauch von 7 Litern im Vergleich zu Ende 2025 bereits 30 Euro im Monat mehr ausgeben – diese Mehrkosten lassen sich durch cleveres Verhalten aber deutlich abfedern.
Das Beste daran: Die meisten Tipps kosten nichts außer ein wenig Aufmerksamkeit. Also App installieren, Fuß vom Gas – und entspannt durch die Krise fahren.
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Stand: April 2026 | Quellen: ADAC, Bundesregierung, Statistisches Bundesamt, ZDF heute
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