Wero auf Expansionskurs: Bezahlen bei Netflix, via QR-Code und NFC
Europas Antwort auf PayPal und Apple Pay nimmt Fahrt auf. Die europäische Zahlungslösung Wero, hinter der die European Payments Initiative (EPI) steht, bereitet für das Jahr 2026 den nächsten großen Rollout vor. Im Fokus stehen dabei nicht mehr nur einfache Überweisungen zwischen Privatpersonen, sondern die tiefe Integration in den Alltag der Nutzer – vom Streaming-Abo bis zum Bezahlen im Supermarkt.
Netflix und Abonnements: Wero wird dauerhaft hinterlegbar
Eine der wichtigsten Neuerungen betrifft die sogenannten „Recurring Payments“, also wiederkehrende Zahlungen. Bisher wurde Wero vor allem für Echtzeit-Überweisungen von Handy zu Handy (P2P) genutzt. Nun soll die Schnittstelle so erweitert werden, dass Wero als Standard-Zahlungsmittel bei großen Abo-Diensten wie Netflix hinterlegt werden kann.
Für Nutzer bedeutet das: Statt Kreditkartendaten oder ein PayPal-Konto anzugeben, wird das Netflix-Abo direkt mit dem Bankkonto über Wero verknüpft. Da Wero auf der Instant-Payment-Infrastruktur basiert, fließen die Zahlungen in Echtzeit und ohne den Umweg über US-amerikanische Kartennetzwerke.
Bezahlen per QR-Code und NFC: Der Sprung in den Handel
Neben dem Online-Bereich rückt auch der stationäre Handel (Point of Sale) ins Visier der EPI. Hier verfolgt Wero zwei technologische Ansätze:
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QR-Codes: Im Online-Checkout oder an der Kasse können Kunden künftig einen QR-Code scannen, um die Zahlung direkt in ihrer Banking-App freizugeben. Dies ist besonders für Händler attraktiv, da die Transaktionsgebühren (ca. 0,7 %) oft deutlich unter denen klassischer Kreditkarten liegen.
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NFC-Technologie: Um mit dem Komfort von Apple Pay oder Google Pay gleichzuziehen, ist für 2026 die Integration von NFC (Near Field Communication) geplant. Damit könnten Nutzer ihr Smartphone einfach an das Bezahlterminal halten, um via Wero zu bezahlen – eine Funktion, die vor allem die Akzeptanz im stationären Einzelhandel massiv steigern dürfte.
Warum Wero? Die Suche nach digitaler Souveränität
Hinter Wero stehen 16 europäische Banken und Finanzdienstleister (darunter die Deutsche Bank, Sparkassen und Volksbanken sowie BNP Paribas). Das Ziel ist klar: Europa möchte sich unabhängiger von den großen US-Anbietern Visa, Mastercard und PayPal machen.
Durch die Nutzung von Instant Payments bietet Wero zudem den Vorteil, dass Händler ihr Geld sofort erhalten und nicht – wie bei Lastschriften oder Kartenzahlungen üblich – Tage darauf warten müssen.
Ausblick: Was kommt 2026?
Nach dem erfolgreichen Start im E-Commerce Ende 2025 in Deutschland, Frankreich und Belgien, wird 2026 das Jahr der breiten Anwendung. Neben der Einbindung in Abo-Modelle und dem Ausbau der POS-Funktionen (NFC/QR) wird auch an „Event-dependent Payments“ gearbeitet. Dabei wird das Geld erst ausgelöst, wenn eine bestimmte Bedingung erfüllt ist – zum Beispiel, wenn eine „Click & Collect“-Bestellung tatsächlich abgeholt wird.
Mit der Integration bei Schwergewichten wie Netflix und der Einführung von NFC-Zahlungen könnte Wero 2026 den Durchbruch als echte europäische Alltags-Wallet schaffen. Für Verbraucher bedeutet das mehr Auswahl und eine direkte Kontrolle ihrer Zahlungen innerhalb der gewohnten Banking-Umgebung.
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