Was braucht ein Android-Handy für kontaktloses Bezahlen?

Bargeld – für viele Deutsche ist es noch immer das Zahlungsmittel Nummer eins. Kaum jemand mag sich hierzulande vorstellen, wie es wohl wäre, wenn es eines Tages tatsächlich ganz abgeschafft würde. Dennoch ist gerade in den vergangenen zwei, drei Jahren klar zu erkennen gewesen, dass Schein und Münze immer seltener aus der Brieftasche geholt werden und andere, teilweise auch ganz neue Zahlungsformen in den Vordergrund treten. So lassen sich inzwischen beispielsweise, indem Sie per SMS bezahlen Casino Games spielen, in Onlineshops werden seit jeher moderne Zahlungsdienstleister genutzt und auch an der Kasse im Supermarkt wird vermehrt vorzugsweise zur Karte gegriffen.

Während unser geliebtes Bargeld also nach und nach an Bedeutung verliert, ist eines immer häufiger zu beobachten: Anstatt nach dem Portemonnaie zu greifen, holt der trendige Kunde sein Smartphone aus der Tasche und hält es mit einer geübten Handbewegung vor ein Terminal. Piep, ein zustimmendes Nicken des Kassierers oder der Kassiererin – schon ist die Rechnung beglichen. Kein Suchen nach dem richtigen Schein oder der EC-Karte, kein Kleingeld, das sich ansammelt, ja nicht einmal der Griff zur Brieftasche ist heutzutage nötig. Das Handy ist immer zur Stelle und ersetzt wie selbstverständlich unsere gewohnten Zahlungsmittel.

Beachten muss man dabei allerdings, dass nicht jedes Android-Smartphone über die nötigen hardwareseitigen Voraussetzungen verfügt, um kontaktloses Bezahlen zu ermöglichen. Und auch hinsichtlich der Software ist einiges zu beachten. Was ein Handy braucht, damit man mit ihm die Vorzüge moderner Bezahlsysteme genießen kann, wollen wir in den folgenden Abschnitten erklären.

NFC – Grundvoraussetzung für das Bezahlen per Handy

Wer ein einigermaßen aktuelles Gerät besitzt, braucht sich über die technischen Anforderungen normalerweise keine Sorgen zu machen, denn die Hardware, die nötig ist, um kontaktlos bezahlen zu können, sollte hier bereits vorhanden sein. Die Rede ist von NFC-Modulen, die von Samsung und Nokia beispielsweise schon seit 2008 in ihren Geräten verbaut werden. NFC steht für Near Field Communication, zu Deutsch Nahfeldkommunikation, und ist ein internationaler Übertragungsstandard, mit dem Daten auf dem Prinzip der elektromagnetischen Induktion über sehr kurze Strecken drahtlos übermittelt werden können.

Beim kontaktlosen Bezahlen wird das Smartphone nah das NFC-Terminal des Händlers gehalten. Die Entfernung zwischen beiden Geräten darf dabei nicht größer als wenige Zentimeter sein. Es findet ein kurzer Datenaustausch statt und schon wechselt das Geld den Besitzer. Genau dieselbe Technik findet übrigens auch bei aktuellen Debit- und Kreditkarten sowie bei Cashless-Systemen auf Großveranstaltungen wie Festivals Anwendung.

Geräte mit NFC-Technologie muss man nicht lange suchen. So gut wie jedes Smartphone, das aktuell auf dem Markt erhältlich ist, hat ein entsprechendes Modul in seinem Innern verbaut. Egal, ob High End oder Mittelklasse, ob Samsung, Sony oder Xiaomi – wer die neue Form des Bezahlens nutzen möchte, kann bei der Wahl seines Handys derzeit eigentlich nichts falsch machen.

Gibt es Sicherheitsbedenken?

Während mobiles Bezahlen in China, in den USA oder auch in Schweden längst selbstverständlich ist, sind viele Kunden in Deutschland noch immer skeptisch. Obwohl der Service sowohl vom Handel als auch von den Banken und Technologieunternehmen angeboten wird, kommt der Trend hierzulande nicht so recht in Fahrt. Grund sind Sicherheitsbedenken, die in den Köpfen vieler Deutscher noch immer fest verankert sind.

Tatsächlich ist die Technik aber vergleichsweise sicher, sicherer sogar als funkfähige Kreditkarten. Die könnten nämlich mit genug krimineller Energie und manipulierten Lesegeräten ausspioniert werden, was bei Mobiltelefonen praktisch nicht möglich ist. Die Daten, die vom Smartphone zum NFC-Terminal des Händlers übertragen werden, sind nämlich keine originalen Bankdaten, sondern nur temporär gültige Kopien, die für einen Betrüger wertlos sind. Hier kann also Entwarnung gegeben werden.

Die passende App

Natürlich reicht NFC-Hardware allein nicht aus, um mit dem Handy bezahlen zu können. Es braucht auch Software, mit der die Zahlungsvorgänge gesteuert und abgewickelt werden. Auf einem Android-Smartphone gibt es in dieser Hinsicht grundsätzlich zwei Optionen: Man nutzt entweder Google Pay oder man installiert sich die Applikation der eigenen Hausbank.

Die Google Pay App kann man sich kostenlos im Store des Suchmaschinenanbieters herunterladen. Bei der Einrichtung klickt man auf “Zahlungsmethode hinzufügen” und hinterlegt dann seine Kreditkarte oder verknüpft sein PayPal-Konto mit der Applikation. Leider arbeiten noch nicht alle Banken in Deutschland mit Google Pay zusammen, allerdings vergrößert sich die Liste der Kooperationspartner nach und nach. Zu den wichtigsten teilnehmenden Finanzinstituten zählen aktuell die Commerzbank, die DKB, comdirect, N26 und die Sparda-Bank. Auch Klarna zählt mittlerweile zu den Partnern des Bezahldienstes. Eine vollständige Liste der teilnehmenden Zahlungsdienstleister findet sich auf der Informationsseite zu Google Pay.

Wer Kunde einer Bank ist, die nicht mit Google Pay zusammenarbeitet, oder generell keine Kreditkarten nutzen möchte, kann sich auch die Banking-App seines Finanzinstituts herunterladen. Damit das kontaktlose Bezahlen mit dem Handy funktioniert, muss das Online-Banking für das eigene Konto freigeschaltet sein. Nach der Einrichtung der App und der Verknüpfung mit einem Bankkonto kann dann wie mit Google Pay an der Kasse gezahlt werden. Zu empfehlen ist, noch einmal durch die Sicherheitseinstellungen des Smartphones zu gehen, da man bei zu lockeren Vorkehrungen nach einem Diebstahl im Zweifelsfall auf seinem Schaden sitzen bleibt.

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