Spiele Apps – Lootboxen bald verboten?

In vielen Spiele-Apps sind sogenannte Lootboxen verteilt. Die Boxen enthalten meist neue Ausrüstungsgegenstände, neue Waffen und andere Dinge, mit denen sich Spieler verbessern und schneller im Spiel vorankommen können. In Open-World-Spielen wie Fortnite sind Lootboxen zufällig auf der Map und können von den Spielern nach und nach gefunden und freigeschaltet werden. Vielfach können die Inhalte auch gekauft und weiterverkauft werden.

Mit dem Verkauf von Inhalten aus Lootboxen wird, so die Auffassung der Kritiker, ein Anreiz geschaffen, Lootboxen überhaupt zu kaufen, was mit einem gewissen Suchtpotential einhergeht. Daher sind die Lootboxen in Spielen bereits in einigen Ländern in den Fokus geraten und es wird über ein Verbot derselben diskutiert. In Brasilien zum Beispiel hat der brasilianische Nationalverband für Kinder- und Jugendschutz (ANCED) gerade eine Klage gegen die Publisher Valve und Garena eingereicht, da sie die Spiele mit Lootboxen als Online-Glücksspiel einstuft, was in Brasilien verboten ist. Valve ist der Entwickler des Spielefranchise Conterstrike und Garena Shooter Free Fire.

Sollte sich der Verband mit seiner Klage durchsetzen können droht ein Bußgeld von umgerechnet 700.000 US-Dollar für jeden einzelnen Tag, an dem noch Lootboxen in den Spielen zu finden sind. Die Konsequenz wäre, dass die Spiele, deren Konzept zum Teil auch auf den Lootboxen beruht wohl vom Markt genommen werden müssten. Garantiert legales Glücksspiel gibt es mit diesen Casino Apps mit Echtgeld. Die Spiele können zum überwiegenden Teil auch kostenlos in einer Fun-Version getestet werden.

Der Branche steht Ungemach ins Haus

Die exemplarisch gegen Valve und Garena eingereichten Klagen würden, sollten sie am Ende erfolgreich sein, auch viele andere Publisher beziehungsweise Entwickler treffen, zumal es nicht nur in Brasilien Bestrebungen gibt, stärker gegen Inhalte in Videospielen vorzugehen. In den USA wurde durch Lokalpolitiker aus Illinois eine Gesetzesinitiative gestartet, mit der Gewalt und Kriminalität in Videospielen generell verboten werden soll. Sie haben das Spiel GTA V als Aufhänger genommen. In dem Spiel können sich Spieler mittels Carjacking jederzeit neue Autos besorgen.

Die Politiker sagen, dass unter anderem GTA V mit verantwortlich sei, dass es in Städten wie Chicago in den letzten Jahren vermehrt zu Fällen von Carjacking gekommen sei und deshalb verboten werden müsste. Zur Erinnerung: GTA V ist eines der beliebtesten Spiele überhaupt und bringt dem Publisher RockStar Games Milliarden ein. Sollte das Gesetz in den USA durchkommen, müssten auch Entwickler wie EA, Activision, Ubisoft, Riot Games, Nintendo, Konami oder Tencent einen Großteil ihrer Spiele in den USA vom Markt nehmen. Umso verständlicher ist es, dass man bei den Verantwortlichen ob der aktuellen Bestrebungen in den verschiedenen Ländern zumindest ein mulmiges Gefühl hat.

Auch in Deutschland gibt es eine Zensur

Viele Spieleentwickler, die ihre Spiele auch in Deutschland anbieten, mussten bereits nur für den deutschen Markt Umprogrammierungen vornehmen. Das betrifft vor allem Spiele, deren Handlung in der Zeit des Nationalsozialismus spielt, wie zum Beispiel Call of Duty: WW2. Der Grund ist das Verbot des Verwendens von Nazi-Symbolen. So sind deshalb in der deutschen Version von Call of Duty: WW2 sämtliche Uniformen, die im Original auch Hakenkreuze besaßen, abgeändert worden. Weiterhin mussten ganze Szenen aus dem Spiel entfernt werden, weil es im Originaldarstellungen von Hitler und SS-Leuten gab. Darüber hinaus musste die Möglichkeit, Zivilisten im Spiel zu töten, entfernt werden. Aber auch in anderen Ländern mussten bereits Inhalte aus Videospielen entfernt werden. In Russland und China ist es beispielsweise verboten, Videospiele anzubieten, bei denen russische Soldaten getötet werden können.

Kein Zusammenhang zwischen Gewalt in Videospielen und Realität

Einige werden sich noch an den Amoklauf in 2002 in Erfurt erinnern, als ein Schüler in einem Gymnasium mehrere Schüler wahllos erschoss. Schnell geriet das Spiel Counterstrike, damals das Top-Spiel unter den Ego-Shootern ins Visier. Der Grund. Der Amokschütze spielte oft nächtelang Counterstrike, weshalb ein Zusammenhang zwischen der Gewalt in Videospielen und der Tat vermutet wurde. Von einigen Politikern wurde daher gefordert, das Spiel umgehend zu verbieten und auf den Index zu setzen. In der Folge wurden mehrere Studien angefertigt, die jedoch einhellig zu dem Ergebnis kamen, dass das Spielen solche Spieler nicht ursächlich für die Begehung von Straftaten ist. Um solche ein Verbrechen in die Realität umzusetzen, müssen schon sehr viele andere Faktoren zusammenkommen. Letztlich liegen die Ursachen zum überwiegenden Teil in der Psyche der Täter, die schon viel früher eine bedenkliche Entwicklung genommen hat. Die Spiele selbst haben darauf keinen nachweisbaren Einfluss, sondern können ganz im Gegensatz positive Effekte bewirken, in denen Stress und Aggressionen abgebaut würden.

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