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Disney+ in der Technik-Krise: Patentstreit zwingt zum Verzicht auf Dolby Vision und 3D

Wer aktuell bei Disney+ in Deutschland einen Film in gewohnt brillanter Qualität streamen möchte, erlebt eine herbe Enttäuschung. Aufgrund eines eskalierenden Rechtsstreits um Patente hat der Streaming-Riese Premium-Features wie Dolby Vision, HDR10+ und sogar 3D-Inhalte für deutsche Nutzer vorerst abgeschaltet.

Der Hintergrund: Ein Urteil mit Folgen

Ursprung der drastischen Maßnahme ist eine Entscheidung des Landgerichts München I. In einem Verfahren gegen den Patentverwerter InterDigital wurde geurteilt, dass Disney Technologien nutzt, die geschützte Patente verletzen. Diese Patente beziehen sich primär auf die effiziente Übertragung und Darstellung von HDR-Metadaten (High Dynamic Range), die für Formate wie Dolby Vision und HDR10+ essenziell sind.

Da Disney keine Einigung mit dem Patentinhaber erzielen konnte, sah sich das Unternehmen gezwungen, die betroffenen Funktionen zu deaktivieren, um drohenden Verkaufsverboten oder hohen Strafzahlungen zu entgehen.

Die Auswirkungen: Zurück in die Video-Vergangenheit

Für Abonnenten bedeutet dies einen spürbaren Rückschritt in der Bildqualität. Während Kunden für den „Premium“-Tarif bezahlen, erhalten sie derzeit oft nur noch Standard-HDR oder gar nur einfaches HD-Material. Besonders hart trifft es auch Nutzer der Apple Vision Pro: Die bisher verfügbaren 3D-Filme, die eines der Hauptverkaufsargumente für das Headset waren, sind in Deutschland komplett aus dem Katalog verschwunden.

Betroffen sind unter anderem:

  • Dolby Vision: Das dynamische HDR-Format sorgt normalerweise für optimierte Kontraste und Farben in jeder Szene.

  • HDR10+: Ein Konkurrenzformat zu Dolby Vision, das ebenfalls betroffen ist.

  • 3D-Inhalte: Die immersive Tiefe bei Filmen wie „Avatar“ oder Marvel-Produktionen bleibt deutschen Zuschauern vorerst verwehrt.

Wie geht es weiter?

Disney selbst hält sich mit detaillierten Informationen bedeckt und spricht lediglich von technischen Anpassungen. Experten gehen jedoch davon aus, dass der Streaming-Dienst im Hintergrund unter Hochdruck an einer Lizenzvereinbarung oder einer technischen Umgehungslösung arbeitet.

Bis dahin bleibt deutschen Heimkino-Fans nur die Hoffnung auf eine schnelle Einigung – oder der Griff zur physischen Blu-ray, die von diesen softwareseitigen Abschaltungen im Streaming-Bereich nicht betroffen ist. Wer sein Abonnement explizit wegen der Premium-Features abgeschlossen hat, könnte zudem prüfen, ob Sonderkündigungsrechte oder Preisminderungen geltend gemacht werden können, da der versprochene Leistungsumfang derzeit nicht erfüllt wird.

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Markus Vielmann
17 Tage zuvor

Wieder ein Grund mehr dem Verein Geld in den Rachen zu schmeißen!

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